Wheelie auf 3840 Metern über Meer

e6f5243bebNach der Rückkehr von meiner Weltreise ist es höchste Zeit, von einigen der Enduro-Abenteuer auf dem 29-Zöller zu berichten. Höhepunkt des Trips waren ganz klar die 16 Tage in Upper Mustang, einem Tal in Nepal. Diese Zone ist noch nicht ganz so überschwemmt von Touristen, da der Zugang streng geregelt und mit hohen „Kurtaxen“ belegt ist. Ein Tag in diesem Gebiet kostet etwa 50 Dollar.

Derzeit ist es das Geld noch wert, denn die Landschaft ist im doppeltem Sinn atemberaubend. Einerseits sind da die gewaltigen Bergmassive der Annapurna-Gruppe, die sich über 8000 Meter in den Himmel erheben. Und die Szenerien zwischen dem eigenen Weg und diesen weltberühmten Gipfeln mag zwar karg sein – abwechslungsreich ist sie jedeoch ebenso. Und dann ist da natürlich die Höhe, welche man unter die Räder nimmt. Mit insgesamt sechs Punkten über 3800 Metern über Meer pumpt das Herz gewaltig und die Lungen saugen so gut sie können-

Der hohe Preis rechtfertigt sich insofern, als dass der Zugang zu dieser einmaligen Natur noch nicht derart erschlossen ist, als dass der Massentourismus Land und Leute mit Dollars überschwemmen würde. Allerdings stehen die Zeichen auf Sturm, denn die Regierung will in diesem Tal die Strasse ausbauen und die Verbindung zum sehr nahen Tibet mit der chinesischen Regierung vereinbaren.

Scharfe Steine und super Räder

Solche politisch-wirtschaftlichen Überlegungen sind jedoch weit weg, schaut man sich um oder macht auf einem der Pässe eine Pause. Die Weite, die Grösse und die Schönheit der Berge ist schlicht ergreifend. Vergessen sind die Anstrengungen, die Schmerzen und die kalten Nächte. Selbst für einen nicht spirituellen Menschen hat dieser Flecken Erde etwas, dass man nicht exakt in Worte fassen kann, da man es schlicht erlebt. Manche würden es mystisch nennen, urtümlich oder göttlich. Wie auch immer: Es ist eine Reise wert.

Zurück auf dem Boden, äh am Ende des Tals, war ich nicht nur um diese Eindrücke froh, sondern auch um mein Material. Das Enduro Expert 29 erwies sich als die perfekte Maschine. Ausgestattet mit den Carbon SL Fattie Rädern von Roval fuhr ich das erste Mal schlauchlos – und bin begeistert. Trotz schärfsten Steinen, Dornen und Felskanten hatte ich keinen einzigen Platten. Mit dem neuen Slaughter hinten umd dem Butcher vorne hatte ich zudem die perfekte Gummimischung für wenig Rollwiderstand und viel Grip.

Und mit den Joystick-Griffen am 800er-Carbonlenker der selben kanadischen Firma hatte ich das Bike auch nach acht Stunden Trailfahrt noch immer locker unter Kontrolle. Nur ein Detail würde ich ändern: Statt einem 35er-Vorbau würde ich einen 50er-Fahren. Schliesslich ging es 12 Tage vor allem bergauf.

Tipps für alle, die sich einen Nepal-Trip überlegen, gibts im nächsten Eintrag.

Simon Eppenberger, 6. Apr 2015